Black Lens
Black Light

Filipa César & Louis Henderson, Sunstone, 2018, Videostill, © Filipa César & Louis Henderson

 

Organisatoren: Archive Kabinett (Berlin), Khiasma (Paris)
Teilnehmer*innen: Jephthé Carmil, Filipa César, Valentina Desideri, Denise Ferreira da Silva, Chiara Figone, Natasha Ginwala, Raphaël Grisey, Louis Henderson, Olivier Marboeuf, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Nadia Yala Kusikidi, Rachel O’Reilly, Volker Pantenburg, Emily Pethick, The Otolith Group, Susanne Winterling
Daten: März – Oktober 2018
Orte: Archive Kabinett (Berlin), Kinematek (Karlsruhe), La Colonie (Paris), MK2 Beaubourg (Paris)

Anlässlich der Ausstellung Op-Film: Eine Archäologie der Optik der Künstler*innen Filipa César und Louis Henderson im Espace Khiasma in Paris werden Khiasma und Archive Kabinett experimentelle Seminare in Paris und Berlin und einer zusätzlichen Veranstaltung in Karlsruhe organisieren, im Rahmen derer Filmvorführungen und audiovisuelle Performances aufstrebender Künstler*innen und Theoretiker*innen aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Portugal gezeigt werden. Es handelt sich hierbei um eine neue, erweiterte Form der Umsetzung eines Projekts, das bereits bei der Contour Biennale 2017 gemeinsam zwischen Berlin (Filipa César, Chiara Figone, Volker Pantenburg) und Paris (Louis Henderson, Olivier Marboeuf) konzipiert wurde, sich stetig weiterentwickelt und mit jedem neuen Schritt auch mehr Menschen einbezieht.

Die Seminare werden im Dialog miteinander und teilweise mit denselben Gastredner*innen entwickelt, verfolgen dabei aber jeweils spezifische Forschungslinien, die sich schließlich gegenseitig ergänzen werden. In Paris wird Black Lens die unterschiedlichen Sehtechnologien im Zeitalter der Geolokalisierung untersuchen und Minderheiten-Ökologien herausarbeiten, die Wissen zu schützen und zu teilen erlauben. Die gezeigten Kunstwerke und die Gespräche werfen diese Frage nach einer notwendigen Opazität, einer Ökologie des Schattens auf. Das Projekt legt das Augenmerk dabei auf die Notwendigkeit, die Geschichte der Technologien mit der Geschichte der Völker in Krisenzeiten in Relation zueinander zu setzen. Zeiten, in denen die Oberflächen der Ozeane zu Territorien des Konflikts und ihre Tiefen zu Räumen rücksichtsloser Ausbeutung, ungehörten Erzählungen und tragischer Szenen geworden sind.

In Berlin wird ein Workshop und das Seminar Black Light in Zusammenarbeit mit Volker Pantenburg vom Harun Farocki Institute die Bedeutung von Farockis Wirken auf visueller und intellektueller Ebene sowie seines materialistischen, Bildtechnologien kritisch gegenüberstehenden Ansatzes beleuchten. In Komplizenschaft mit der brasilianischen Theoretikern Denise Ferreira da Silva aus Vancouver werden Filipa César, Louis Henderson, Olivier Marboeuf (Direktor von Khiasma) und Chiara Figone (Direktorin von Archive Kabinett) drei Tage lang Filmscreenings, Lesungen und Workshops rund um die aus der postkolonialen Situation heraus erneut gestellten Frage nach sozialer Gerechtigkeit präsentieren. Was ist das Erbe der Aufklärung in Bezug auf die soziale und wirtschaftliche Organisation von Rechten und Besitztümern? Wie können wir sie dekonstruieren und gleichzeitig zeigen, wie sehr das radikale Licht der Vernunft, gestern wie heute, eine narrative Tarnung für ein System von Aneignung und Herrschaft ist? Wie können wir, in Anlehnung an feministische Theorien und Praktiken, Räume für Wohlwollen und Zusammenarbeit schaffen um einem gewaltsamen System zu entkommen, das die verfügbaren Ressourcen erschöpft?

  • 29.-30.3.2018: Seminar „Black Lens“ in La Colonie und Abendveranstaltung im MK2 Beaubourg, Paris
  • 28.-30.6.2018: Workshop „Black Light“ Archive Kabinett Berlin
  • 17.-20.10.2018: Seminar „Black Light“ Archive Kabinett Berlin